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Probleme auf der Straße
und mit der Polizei
Ich will hier jetzt nicht mit einem Tathergang langweilen, der so, oder
ähnlich fast zum Tagesgeschäft zählt. Nur so viel sei gesagt, ich kenne
die Insel nun schon sehr viele Jahre und habe schon manche gefährliche
Situation auf den Straßen erlebt. Meist waren es scheinbar Betrunkene,
oder unerfahrene Jugendliche, die eine Gefahr für die Anderen
darstellten. Diesmal war der Schock allerdings so tief und die Situation
derart gefährlich, dass ich mich mal wehren musste. Ich hatte die
Autonummer und eine sehr gute Beschreibung von dem Verursacher.
In der Unterkunft angekommen, versuchte ich telefonisch Rat und Hilfe zu
bekommen. Die Telefonnummer der Touristenpolizei (171) führte mich zu
einem netten und englisch sprechenden Mann. Leider saß dieser in Athen.
Er hörte sich mein Problem an und gab mir eine Büronummer der
Touristenpolizei in Rhodos.
Die Nummer ergab keinerlei Kontakt. Was Wunder, denn schließlich war ja
Sonntagabend, 18.00 Uhr und da haben die Touristen gefälligst keine
Probleme zu haben.
Nun hatte mir der freundliche Herr in Athen, bei meinem Anruf nicht nur
diese Nummer gegeben, sondern auch die Büronummer der Stadtpolizei von
Rhodos. Hier hatte ich nun Erfolg und konnte mit Jemandem reden. Leider
verstand der Beamte weder Englisch noch Deutsch und zeigte auch
keinerlei Bemühen jemanden zur Hilfe zu holen. Stattdessen beendete er
das Gespräch kommentarlos und legte auf!
Der 2. Anruf bei der Touristenpolizei in Athen brachte mir außer
Verständnis für meine Lage und zwei weiteren neuen Nummern, nur das
Angebot mein Problem der Stadtpolizei in Athen zu schildern. Ich lehnte
dankend ab und wollte mein Glück mit den neuen Nummern versuchen.
Meine Freude war schon größer, als ich mit dem 1. Versuch der 2. Nummer
der Touristenpolizei in Rhodos, sofort jemanden mit Englischkenntnissen
hatte. Nur war dies leider ein Privatanschluss. Auch ein
Nummernvergleich brachte hierbei keinerlei neue Erkenntnis. Nun ja, ich
hatte ja noch die 2. Büronummer der Stadtpolizei.
Auch dieser Anschluss wurde vom gleichen, desinteressierten Beamten
bedient, den ich bereits gesprochen hatte, nur legte er diesmal viel
schneller auf und ich stand wieder einmal ohne Hilfe da.
An dieser Stelle mochte ich mir gar nicht vorstellen, mit irgendeinem
großen Problem, oder sogar Verletzung an Straßenrand zu stehen und um
Hilfe zu bitten. Nicht auszudenken, was alles hätte sein können!
Des Weiteren finde ich es ein absolutes Armutszeugnis, für eine Insel
wie Rhodos, die zum erheblichen Teil vom Tourismus lebt, keinerlei
Hilfsmöglichkeiten in englischer Sprache an den angebotenen
Notrufnummern zu bieten! Ein Volk mit jahrtausende alter und hoher
Intelligenz, scheint zu reinen „Abkassierern“ zu degenerieren, so
scheint es zumindest dem oberflächlichem Betrachter.
An der griechischen Gastfreundlichkeit und der Hilfsbereitschaft, die
die normalen Menschen zeigen, sollten sich die Offiziellen mal ein
Beispiel nehmen. Darüber hinaus haben meiner Meinung nach die Behörden
der Insel eine gewisse Sorgfaltspflicht ihren „Kühen“ gegenüber, die sie
so gerne und ausgiebig melken. Es gibt auf der Insel reichlich
„Pfeffersäcke“ und „Amtsinhaber“, die sich ihre Taschen prall mit
Touristengeldern gefüllt haben. Diese Leute sollten an ihre
Verantwortung mal erinnert werden.
Montags habe ich dann endlich jemanden mit Englischkenntnissen ans
Telefon der Touristenpolizei bekommen. Der meinte dies wäre Sache der
Stadtpolizei und im Sommer wäre hierfür die Station in Faliraki
zuständig. Hier war nur ein Beamter und….richtig: der sprach auch kein
Englisch oder Deutsch. Erst ein herbeigerufener Taxifahrer, vom
Taxistand vor der Polizeistation, konnte den Vorfall übersetzen, den
hier sowieso niemand zu interessieren schien. Der Beamte schrieb alles
auf einen Schmierzettel und wollte mit dem Fahrer reden. Punkt. Ich war
mir an dieser Stelle im Klaren darüber, dass die Geschichte aufgrund des
Arbeitseifers dieses Mannes nur im Sande verlaufen konnte.
Bei uns in Deutschland hätte man einen diplomierten Dolmetscher der
jeweiligen Landessprache geholt und der Vorgang hätte ein Aktenzeichen
bekommen und wäre weiter zu verfolgen gewesen, aber hier….
Es geht hier auch nicht primär um den Vorfall als solches, sondern
vielmehr darum, wie mit einem Hilfesuchenden Gast grundsätzlich
umgegangen wird. Man hat hier nicht nur auf der Strasse das Gefühl im
„rechtsfreien Raum“ zu stehen.
All dies wird nichts an meiner fast vier Jahrzehnte langen Liebe zu
dieser Insel und ihren Menschen ändern, nur ist hiermit ein Stück meiner
Illusion und Euphorie zerbrochen. Schade eigentlich.
Trotzdem wünsche ich allen Besuchern weiterhin viel Freude, nur passt
auf euch bitte gut auf und habt die Telefonnummern eurer griechischen
Freunde immer griffbereit bei euch, denn die helfen wirklich in jeder
Lage, an jedem Ort und zu jeder Tageszeit weiter!
Eckhard Bergerhoff |