SICHERHEIT IM URLAUB AUF RHODOS

Rhodos gilt immer noch als relativ sicheres Reiseziel. Uns ist seit fast 30 Jahren Urlaub auf Rhodos noch nie etwas abhanden gekommen. Das soll nun aber keine Garantie für die Ewigkeit sein. In letzter Zeit haben wir jedenfalls von Diebstählen, Einbrüchen und Raubüberfällen gehört. Ob es mit der stärker ansteigenden Zahl an Zuwanderern aus osteuropäischen Ländern (Albaner, Bulgaren, Ukrainer), die als "billige" Arbeitskräfte nach Rhodos kommen, zusammen hängt, kann nur vermutet werden. Für Griechen bedeutet Ehrlichkeit grundsätzlich sehr viel. Trotzdem gibt es natürlich auch dort schwarze Schafe und unter den Urlaubern mit Sicherheit leider auch. Wir empfehlen daher die Wertsachen sicher zu verwahren. Grundsätzlich verfügt jedes Hotel über einen Safe, wo man seine Wertsachen (Bargeld, Schmuck, Reisedokumente, Scheckkarte usw.) deponieren kann. 

Sollte man trotzdem einmal die Polizei in Anspruch nehmen müssen, gibt es neben der "normalen" Polizei zusätzlich noch die Touristenpolizei. Sie hat die Aufgabe, die touristischen Einrichtungen und Dienstleistungsunternehmen zu überwachen und die Touristen bei Problemen zu beraten. Jeder Touristen-Polizist soll zumindest eine Fremdsprache können. Das "Engagement" der Polizisten ist aber wohl sehr unterschiedlich und mit der hiesigen Polizei nicht so ganz zu vergleichen........

Hier ein "Erfahrungsbericht" von Eckhard Bergerhoff, der auch schon viele Jahre seine Urlaube auf Rhodos verbringt:

Probleme auf der Straße und mit der Polizei

Ich will hier jetzt nicht mit einem Tathergang langweilen, der so, oder ähnlich fast zum Tagesgeschäft zählt. Nur so viel sei gesagt, ich kenne die Insel nun schon sehr viele Jahre und habe schon manche gefährliche Situation auf den Straßen erlebt. Meist waren es scheinbar Betrunkene, oder unerfahrene Jugendliche, die eine Gefahr für die Anderen darstellten. Diesmal war der Schock allerdings so tief und die Situation derart gefährlich, dass ich mich mal wehren musste. Ich hatte die Autonummer und eine sehr gute Beschreibung von dem Verursacher.
In der Unterkunft angekommen, versuchte ich telefonisch Rat und Hilfe zu bekommen. Die Telefonnummer der Touristenpolizei (171) führte mich zu einem netten und englisch sprechenden Mann. Leider saß dieser in Athen. Er hörte sich mein Problem an und gab mir eine Büronummer der Touristenpolizei in Rhodos.
Die Nummer ergab keinerlei Kontakt. Was Wunder, denn schließlich war ja Sonntagabend, 18.00 Uhr und da haben die Touristen gefälligst keine Probleme zu haben.
Nun hatte mir der freundliche Herr in Athen, bei meinem Anruf nicht nur diese Nummer gegeben, sondern auch die Büronummer der Stadtpolizei von Rhodos. Hier hatte ich nun Erfolg und konnte mit Jemandem reden. Leider verstand der Beamte weder Englisch noch Deutsch und zeigte auch keinerlei Bemühen jemanden zur Hilfe zu holen. Stattdessen beendete er das Gespräch kommentarlos und legte auf!
Der 2. Anruf bei der Touristenpolizei in Athen brachte mir außer Verständnis für meine Lage und zwei weiteren neuen Nummern, nur das Angebot mein Problem der Stadtpolizei in Athen zu schildern. Ich lehnte dankend ab und wollte mein Glück mit den neuen Nummern versuchen.
Meine Freude war schon größer, als ich mit dem 1. Versuch der 2. Nummer der Touristenpolizei in Rhodos, sofort jemanden mit Englischkenntnissen hatte. Nur war dies leider ein Privatanschluss. Auch ein Nummernvergleich brachte hierbei keinerlei neue Erkenntnis. Nun ja, ich hatte ja noch die 2. Büronummer der Stadtpolizei.
Auch dieser Anschluss wurde vom gleichen, desinteressierten Beamten bedient, den ich bereits gesprochen hatte, nur legte er diesmal viel schneller auf und ich stand wieder einmal ohne Hilfe da.
An dieser Stelle mochte ich mir gar nicht vorstellen, mit irgendeinem großen Problem, oder sogar Verletzung an Straßenrand zu stehen und um Hilfe zu bitten. Nicht auszudenken, was alles hätte sein können!
Des Weiteren finde ich es ein absolutes Armutszeugnis, für eine Insel wie Rhodos, die zum erheblichen Teil vom Tourismus lebt, keinerlei Hilfsmöglichkeiten in englischer Sprache an den angebotenen Notrufnummern zu bieten! Ein Volk mit jahrtausende alter und hoher Intelligenz, scheint zu reinen „Abkassierern“ zu degenerieren, so scheint es zumindest dem oberflächlichem Betrachter.
An der griechischen Gastfreundlichkeit und der Hilfsbereitschaft, die die normalen Menschen zeigen, sollten sich die Offiziellen mal ein Beispiel nehmen. Darüber hinaus haben meiner Meinung nach die Behörden der Insel eine gewisse Sorgfaltspflicht ihren „Kühen“ gegenüber, die sie so gerne und ausgiebig melken. Es gibt auf der Insel reichlich „Pfeffersäcke“ und „Amtsinhaber“, die sich ihre Taschen prall mit Touristengeldern gefüllt haben. Diese Leute sollten an ihre Verantwortung mal erinnert werden.
Montags habe ich dann endlich jemanden mit Englischkenntnissen ans Telefon der Touristenpolizei bekommen. Der meinte dies wäre Sache der Stadtpolizei und im Sommer wäre hierfür die Station in Faliraki zuständig. Hier war nur ein Beamter und….richtig: der sprach auch kein Englisch oder Deutsch. Erst ein herbeigerufener Taxifahrer, vom Taxistand vor der Polizeistation, konnte den Vorfall übersetzen, den hier sowieso niemand zu interessieren schien. Der Beamte schrieb alles auf einen Schmierzettel und wollte mit dem Fahrer reden. Punkt. Ich war mir an dieser Stelle im Klaren darüber, dass die Geschichte aufgrund des Arbeitseifers dieses Mannes nur im Sande verlaufen konnte.
Bei uns in Deutschland hätte man einen diplomierten Dolmetscher der jeweiligen Landessprache geholt und der Vorgang hätte ein Aktenzeichen bekommen und wäre weiter zu verfolgen gewesen, aber hier….
Es geht hier auch nicht primär um den Vorfall als solches, sondern vielmehr darum, wie mit einem Hilfesuchenden Gast grundsätzlich umgegangen wird. Man hat hier nicht nur auf der Strasse das Gefühl im „rechtsfreien Raum“ zu stehen.
All dies wird nichts an meiner fast vier Jahrzehnte langen Liebe zu dieser Insel und ihren Menschen ändern, nur ist hiermit ein Stück meiner Illusion und Euphorie zerbrochen. Schade eigentlich.
Trotzdem wünsche ich allen Besuchern weiterhin viel Freude, nur passt auf euch bitte gut auf und habt die Telefonnummern eurer griechischen Freunde immer griffbereit bei euch, denn die helfen wirklich in jeder Lage, an jedem Ort und zu jeder Tageszeit weiter!

Eckhard Bergerhoff

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