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Im Juli 2008 kam es zu einem verheerenden Waldbrand im südlichen Teil der Insel Rhodos. Hier eine Chronologie der Ereignisse und mehrere Fotos von der Gegend nach der Brandkatastrophe.
Am Dienstag, den 22.07.2008 brach am
frühen Nachmittag im südlichen Teil der Insel Rhodos ein Waldbrand aus. Der
Brandherd befand sich zwischen den Dörfern Agios Issidoros (das Dorf liegt am
Fuße des Attavyros) und Lardos (das Dorf ist in der Nähe der Ostküste gelegen).
Durch einen recht starken Wind konnte das Feuer nicht unter Kontrolle gebracht
werden. Die Feuerwehr war mit über 20 Löschfahrzeugen sowie Löschflugzeugen und
Helikoptern im Dauereinsatz.
Das Feuer war durch einen fahrlässig handelnden Bewohner der Insel (ein ca. 60
Jahre alter Mann) in der Nähe von Agios Issidoros entstanden, wo der Mann ein
Feuer entzündete, um das trockene Gras und Unterholz auf seinem Feld zu
verbrennen. Die Dorfbewohner von Agios Issidoros waren zwar schnell gekommen, um
den außer Kontrolle geratenen Brand zu löschen - konnten das Feuer aber nicht
bewältigen und es breitete sich - mit Unterstützung des Westwindes - sehr
schnell aus.
Am Mittwoch, den 23.07.2008 hatte sich das Feuer so weit ausgebreitet, dass die
Bewohner des Dorfes Laerma ihre wichtigsten Dinge nach außerhalb brachten und
sich die Männer mit Schneisenbau usw. befassten. Frauen, Kinder und ältere
Menschen wurden vorsorglich aus dem Dorf evakuiert. Die Mönche im nahe gelegenen
Kloster Moni Thari brachten ihre Ikonen und andere kostbare kirchliche
Gegenstände in Sicherheit.
Auch am 24.07.2008 war das Feuer noch nicht unter Kontrolle, es breitete sich
weiter in südöstlicher Richtung aus. Aus dem Ausland waren zusätzliche
Löschflugzeuge und Helikopter zur Brandbekämpfung eingetroffen, konnten wegen
der schlechten Sichtverhältnisse aufgrund der Rauchentwicklung zeitweise aber
nicht zum Einsatz kommen. Seit mehreren Jahren (mit nur kleineren Bränden) hatte
sich nunmehr auf Rhodos leider wieder eine große Brandkatastrophe ereignet. Das
Dorf Laerma konnte vor den Flammen geschützt werden - aber rundherum ist alles
verbrannt.
Am Freitag, den 25.07.2008 war die Stimmung auf Rhodos sehr angespannt, da man
damit rechnete, dass der sehr starke Wind etwas in Richtung Norden drehen
könnte. Im Bergdorf Embona wurden daher alle verfügbaren Leute mobilisiert, um
eine Brandschneise zwischen Agios Issidoros und Embona (in Höhe der
Klosterkirche Artamiti) zu schlagen. An diesem Tag wurden auch mehr als 2000 Urlauber aufgrund
der starken Rauchentwicklung aus einigen Hotels im
südlichen Teil an der Ostküste (rund um das Feriengebiet Kiotari) evakuiert und
vorübergehend in anderen Hotels auf der Insel Rhodos untergebracht. "Die starke
Rauchentwicklung hat die Region erreicht und man wolle auf keinen Fall die Gäste
irgend einer Gefahr aussetzen" so Kokkinos, der Gouverneur der betroffenen
Region auf Rhodos.
Viele Bewohner des mittleren Südens der Insel Rhodos hatten zu diesem Zeitpunkt
bereits ihre Existenz (Olivenhaine und Weinfelder) durch die Brandkatastrophe
verloren. Diese Menschen trifft es besonders hart, da sie vom Tourismus auf
Rhodos kaum profitieren und auf die Einnahmen aus der Landwirtschaft angewiesen
sind.
Am Sonntag, den 27.07.2008 entspannte sich die Lage zunehmend, die vorsorglich
evakuierten Urlauber konnten in ihre Hotels zurückkehren und am Dienstag, den
29.07.2008 erhielten wir die erfreuliche Nachricht, dass das Feuer so gut wie
gelöscht war. Es ging jetzt hauptsächlich darum, eventuelle "Glutnester"
ausfindig zu machen und zu löschen.
Der ca. 60 jährige Mann, der für das
Feuer verantwortlich war, wurde wegen fahrlässiger Brandstiftung zu vier Jahren
Haft und 15.000 Euro Geldstrafe verurteilt. Neben den bereits erwähnten
negativen Auswirkungen für viele Menschen (Existenzverlust durch vernichtete
Olivenhaine und Weinfelder), wird auch der Schaden am Waldbestand negative
Folgen auf Rhodos haben (der Niederschlag in den Wintermonaten zieht nicht mehr
in den Boden ein, sondern fließt einfach ungehindert weg und der
Grundwasserspiegel sinkt ab). Auch wenn schnell wieder aufgeforstet werden
sollte - es dauert viele Jahre, bis der "alte" Zustand wieder hergestellt ist.
Ingesamt sollen über 11.000 Hektar Land Opfer der Flammen geworden sein, viele
Tiere sind in den Flammen ums Leben gekommen. Menschen fielen der
Brandkatastrophe zum Glück nicht zum Opfer. Einige wenige außerhalb der Dörfer
gelegene Häuser konnten nicht vor den Flammen gerettet werden. Das Kloster Moni
Thari konnte nur mit äußerstem Einsatz vor der Vernichtung bewahrt werden.
Ende August 2008 machten wir uns dann persönlich ein Bild von den Ausmaßen der Brandkatastrophe. Wir suchten das Gebiet zwischen Lardos, Laerma und dem Kloster Moni Thari auf. Die Bilder, die sich uns boten, waren deprimierend.




