NACHRICHTEN VON DER INSEL RHODOS

Hier finden Sie in unregelmäßigen Abständen Nachrichten über die Insel Rhodos, die von uns selbst, aus den Medien bzw. von Freunden und Bekannten, die auf der Insel leben, stammen.

April 2016:

Schiffsausflüge von Rhodos zu Sonderpreisen
Bis zum 31.10.2016 bietet Dodekanisos Seaways Tagesausflüge von Rhodos zu Inseln des Dodekanes zu besonders günstigen Preisen für Hin- und Rückfahrten am selben Tag an. Diese Angebote sind begrenzt und können nur im voraus gebucht werden (also man kann keine vergünstigten Tickets am Tag des geplanten Ausflugs am Pavillon von Dodekanisos Seaways am Kolona Hafen kaufen).
Hier die Ticketpreise pro Person dieser Sonderaktion für Hin- und Rückfahrt am selben Tag:
Symi (mit Dodekanisos Express bzw. Dodekanisos Pride) = statt 36 € lediglich 30 €
Symi (mit der Fähre Panagia Skiadeni) = statt 27 € lediglich 21 €
Chalki = statt 34 € lediglich 26 €
Nisyros = statt 52 € lediglich 29 €
Tilos = statt 52 € lediglich 29 €
Kos = statt 64 € lediglich 49 €
Kalymnos = statt 78 € lediglich 49 €
Kastellorizo = satt 74 € lediglich 37 €

Den Flyer zu der Angebotsaktion (auch in Englisch) findet man hier:
http://www.12ne.gr/en/pressroom.asp?pressItemID=559&pressItemCategoryID=1
Und auf dieser Seite kann man sich informieren, welche Schiffstouren von Dodekanisos Seaways angeboten werden (einschl. aller Abfahrts- und Ankunftszeiten von Rhodos und den anderen Inseln):
http://www.12ne.gr/en/itin_search.asp

(Die Preisangaben sind ohne Gewähr)

Oktober 2015:

Erhöhung der Mehrwertsteuer auf Rhodos
Seit dem 01.10.2015 gelten auch auf Rhodos die "normalen" griechischen Mehrwertsteuersätze. Bis Ende September galten noch ermäßigte Sätze, die nun aber abgeschafft wurden. Betroffen sind von der Anpassung auch Santorin, Mykonos, Naxos, Paros und Skiathos (weitere Inseln sollen im kommenden Jahr folgen). Grund für die ermäßigten Mehrwertsteuersätze waren die hohen Transportkosten für die Waren zu den Inseln per Schiff und Flugzeug (dadurch waren die Waren auf Rhodos grundsätzlich schon teurer) sowie die Förderung des Tourismus.
Ein Beispiel: der Benzinpreis hat sich durch die Anpassung des Mehrwertsteuersatzes auf Rhodos seit dem 01.10.2015 um fast 10 Cent pro Liter erhöht.

 

Flüchtlings-Situation auf Rhodos
Wir konnten uns im Oktober selbst davon überzeugen, dass die Flüchtlings-Situation auf Rhodos nicht annähernd so gravierend ist, wie auf anderen griechischen Inseln (z.B. Kos und Lesbos). Auch auf Rhodos kommen ab und zu Boote mit Flüchtlingen an, aber die Anzahl hält sich (derzeit) noch in Grenzen.
Die von den Schleusern zurückgelassenen Boote / Schiffe werden - sofern noch verwendbar - auf Rhodos an Interessierte versteigert.


Ein noch brauchbares Boot (es sollen ca. 100 Flüchtlinge an Bord gewesen sein) wurde
versteigert und vom neuen Eigentümer an Land geholt.
Aufgrund des Boots-Namens konnte man unschwer erkennen, dass das Boot mit den
Flüchtlingen aus der Türkei hinüber nach Rhodos kam.


September 2015:

Griechenland hat (mal wieder) gewählt....
Durch den taktischen Rücktritt von Ministerpräsident Tsipras waren Neuwahlen erforderlich. Am 20.09.2015 wurde daher erneut gewählt. Hatten die Umfragen bis kurz vor Schluss ein knappes Ergebnis zwischen dem Linksbündnis SYRIZA um den zurückgetretenen Ministerpräsidenten Tsipras und der Nea Dimokratia (mit leichtem Vorsprung für SYRIZA) vorhergesagt, war das Ergebnis dann doch recht eindeutig. An der Parteienlandschaft im Parlament hat sich gegenüber der Wahl im Januar 2015 nicht viel geändert. Die abtrünnigen Ultralinken aus dem SYRIZA-Bündnis, die Tsipras ihre Unterstützung bei den wichtigen Abstimmungen rund um die Reformpakete verweigerten und eine eigene Partei (Volkseinheit) gründeten, schafften mit lediglich 2,9% (auf Rhodos: 2,8%) nicht den Einzug ins Parlament (das Motto: "Raus aus dem EURO, Bruch mit der Eurozone und alle Beschlüsse zwischen der EU und Griechenland rückgängig machen, fand anscheinend keinen sonderlichen Anklang in der griechischen Bevölkerung.....). Leider hat die neonazistische Partei Chrysi Avgi ("Goldene Morgendämmerung") mit jetzt 7,0% (auf Rhodos sogar 7,9%) nochmals zugelegt - im Januar waren es 6,3% auf Landesebene und 5,8% auf Rhodos. Ob die vielen Probleme durch das Flüchtlingsaufkommen zu dem Ergebnis beigetragen haben, vermag ich nicht zu sagen. Die sehr niedrige Wahlbeteiligung (nur noch ca. 56,6% sind an die Wahlurne gegangen - so wenig wie nie) führt jedoch grundsätzlich dazu, dass die "extremen" Parteien, die ihre Wählerschaft besser mobilisieren können, dann besser abschneiden. Hinzu kommen dann auch noch Protestwähler.
Ergebnis der Wahl: die SYRIZA wird nun wieder mit der rechtspopulistischen Partei ANEL eine Regierung bilden - also alles wie gehabt. Die Partei ANEL verlor jedoch deutlich an Stimmen (auf Landesebene von 4,8% auf 3,7%). Es ist schon sehr verwunderlich, dass zwei Parteien mit ganz unterschiedlichen politischen Richtungen eine Regierung bilden. Ich glaube immer noch nicht, dass es so etwas in Deutschland geben kann (z.B. eine Bündnis zwischen "Die Linken" und der AfD).

Nachfolgend eine Tabelle mit den Wahlergebnissen vom 20.09.2015 zu Griechenland insgesamt, von der Insel Rhodos und von den zehn Wahlbezirken auf Rhodos:
 

 

SYRIZA

Nea Dimokratia

Chrysi Avgi

To Potami

KKE

ANEL

PASOK / Dimar
(Bündnis)*

Griechenland gesamt

35,5%

28,1%

7,0%

4,1%

5,6%

3,7%

6,3%

Insel Rhodos

34,5%

28,5%

7,9%

2,9%

3,3%

4,5%

9,6%

Wahlbezirke auf Rhodos:

Rhodos-Stadt

35,7%

29,3%

7,7%

3,4%

2,8%

4,9%

7,1%

Rhodos Umland

30,8%

31,2%

5,5%

3,0%

3,0%

3,4%

15,8%

Kalithea

34.9%

29,0%

9,9%

2,8%

1,4%

4,9%

7,6%

Afandou

34,4%

28,1%

10,3%

1,9%

1,5%

6,7%

10,4%

Archangelos

36,4%

23,4%

7,8%

1,8%

5,5%

2,2%

17,1%

Lindos

29,3%

34,4%

7,6%

2,9%

2,1%

4,2%

13,0%

Ialyssos

38,6%

26,1%

7,8%

2,9%

2,3%

4,7%

8,5%

Kamiros

38,4%

22,2%

6,8%

2,6%

6,5%

3,6%

10,8%

Petaloudes

32,5%

26,0%

9,0%

2,3%

5,6%

4,5%

9,4%

Attavyros

34,0%

30,4%

3,6%

4,1%

3,3%

2,4%

13,3%

* = Die sozialistische Partei PASOK bildete bei dieser Wahl erstmals ein Bündnis mit der Partei Dimar, daher sind die Zahlen mit der Januar-Wahl (PASOK allein) nicht vergleichbar!


September 2015:

Wie sieht es mit der Flüchtlings-Situation auf Rhodos aus?
Seit einigen Wochen wird in den Medien häufig über die Flüchtlingssituation in Griechenland berichtet - überwiegend von den Inseln Kos und Lesbos. Wahrscheinlich erhalten wir deshalb seit geraumer Zeit viele Anfragen, wie denn die Situation auf Rhodos ist.
Auch auf Rhodos gibt es Flüchtlinge, die auf illegalen Wegen fast ausschließlich aus der Türkei auf Rhodos ankommen. Die Anzahl der Flüchtlinge ist jedoch im Vergleich zu den Inseln Lesbos und Kos deutlich geringer. Außerdem ist die Insel Rhodos im direkten Vergleich zu Kos wesentlich größer (fast 5x so groß). Bilder - wie es sie von Kos und Lesbos gibt - gibt es aktuell von Rhodos nicht! Sofern es Urlauber gibt, die ihren Urlaub u.a. auch von der Flüchtlingssituation abhängig machen, sehen wir die Situation auf Rhodos derzeit weitestgehend als "entspannt" an. Wer gerne nach Rhodos möchte, soll sich nicht durch die Berichterstattung in den Medien davon abhalten lassen!

Eine ganz persönliche Anmerkung sei uns in diesem Zusammenhang erlaubt:
Gerne wird in den Medien gezeigt / geschrieben, mit welcher "tollen Willkommenskultur" die Flüchtlinge in Deutschland derzeit begrüßt werden (aktuell zum Beispiel in München). Im gleich darauf anschließenden Beitrag wird dann gerne als Gegenbeispiel das "Chaos" auf den griechischen Inseln gezeigt (Kos, Lesbos usw.). Nur: in Deutschland kann man sich meist sehr gut auf die Flüchtlingsankünfte vorbereiten (man wusste in etwa, wann die Züge mit den Flüchtlingen aus Ungarn im Hauptbahnhof von München ankommen). Die Flüchtlinge wurden ja im Vorwege "angekündigt". Wann und wo aber Flüchtlinge durch Schleuserbanden an den Küsten der griechischen Inseln ankommen, weiß man hingegen nicht (die Boote / Schiffe laufen ja nicht in die Häfen der Inseln ein, sondern irgendwo an den langgezogenen Küsten der Inseln (weil es sich um einen illegalen Transport handelt). Dort werden die Flüchtlinge dann ihrem Schicksal überlassen und es ist im Vergleich zu Deutschland oder Österreich überhaupt nicht möglich, die Flüchtlinge mit Essen und Getränken sowie Spielzeug für die Kinder "zu begrüßen".
Wie sollen sich die griechischen Inseln, die sich in der Nähe des türkischen Festlandes befinden, auf die Flüchtlinge vorbereiten? Diese Menschen melden sich ja nicht vorher an, sondern sind plötzlich da. Und dann sagt Herr Erdogan (Präsident der Türkei), dass er mit Bedauern feststellt, dass der Westen nicht in nötigem Maße Mitgefühl für die Flüchtlinge aufbringt. Er lässt es aber zu, dass tausende von Flüchtlingen über die Türkei illegal in die EU-Zone einreisen....
Dem Ansturm an Flüchtlingen ist Griechenland nicht gewachsen (und kann es aus meiner Sicht auch nicht).
Auf Kos sind zum Beispiel in der Spitze ca. 7.000 illegal eingereiste Flüchtlinge, die aus der Türkei eingeschleust wurden - auf der Insel gibt es insgesamt aber nur ca. 30.000 Inselbewohner. Das heißt: fast 20% der Menschen auf der Insel sind dann Flüchtlinge. Auf Lesbos sollen es ca. 20.000 Flüchtlinge sein (bei ca. 86.000 Inselbewohnern). Auf Agathonisi, einer kleinen Insel mit nur ca. 180 Einwohnern, sollen es ca. 300 Flüchtlinge sein (die Anzahl der Flüchtlinge liegt also schon deutlich über der Einwohnerzahl). Wie soll es da funktionieren, dass jedem Flüchtling eine angemessene Unterkunft zur Verfügung gestellt wird? Man berücksichtige bitte dabei auch noch die wirtschaftlichen Probleme Griechenlands. Griechenland ist kein "reiches" Land und das betrifft nicht nur den Staat, sondern auch sehr viele Menschen dort!
In Deutschland wird gerne darüber berichtet, dass ca. 20.000 Flüchtlinge aus Ungarn in kürzester Zeit in München "herzlich" aufgenommen wurden (wobei die Politiker der Stadt nur zwei Tage später auf die Kapazitätsgrenzen hingewiesen haben). München hat aber auch ca. 1,5 Millionen Einwohner. Da ist die Relation Flüchtlinge / Einwohner schon eine ganz andere: die Quote der angekommenen Flüchtlinge liegt unter 1,5%! Wie würde es aussehen, wenn in einem ähnlichen Verhältnis (also ca. 20% - wie auf der Insel Kos) Flüchtlinge in München angekommen wären? Das wären dann nämlich ca. 300.000 Flüchtlinge und nicht ca. 20.000 Flüchtlinge. Ich behaupte einmal, dass es dann auch ein "Chaos" gegeben hätte! Außerdem ist eine Verteilung der Flüchtlinge von der Infrastruktur deutlich einfacher (zusätzliche Züge und Busse). Zusätzliche große Fähren kann sich Griechenland aber nicht so einfach aus den Rippen schneiden und häufig ist es die einzige Möglichkeit die Flüchtlinge von den Inseln zu einem anderen Ziel zu bringen.


Juli 2015:

Wozu überhaupt das Referendum am letzten Wochenende?
Ca. 61% der Wähler hatten am 05.07.2015 bei dem Referendum mit "OCHI" (Nein) gestimmt. Nun hat die Regierung von Ministerpräsident Tsipras (die zu einem "Nein" aufgerufen hatte) eine neue Liste mit Reformvorschlägen den Geldgebern vorgelegt, die teilweise weitgreifender sind, als die, die vor dem Referendum von den Geldgebern gefordert wurden.
Das verstehe, wer will.......
251 der Abgeordneten im griechischen Parlament stimmt nun für die Verhandlungen auf Basis der neuen Vorschläge. Eine eigene Mehrheit aus dem Koalitionsbündnis SYRIZA / ANEL hätte es aber nicht gegeben. Da jedoch die Oppositionsparteien überwiegend mit "Ja" stimmten, kam es doch zu einer deutlichen Mehrheit.
Sieben Abgeordnete der Syriza und zwei andere Abgeordnete waren abwesend, zwei stimmten dagegen und acht enthielten sich der Stimme. Unter den Ablehnern war auch der Anführer des Linksflügels der Syriza-Regierung, Panagiotis Lafazanis.
Abwesend war unter anderem der bisherige Finanzminister Varoufakis. Griechischen Medien zufolge war er am Freitag mit Ehefrau und dem Kind aus erster Ehe auf dem Weg nach Ägina, wo er ein Ferienhaus besitz.....
Das nenne ich "Verantwortung für das eigene Land tragen"........
Außerdem erklärten 15 Abgeordnete der Linkspartei am Samstag (11.07.2015), dass sie nur mit schwerem Herzen mit "Ja" gestimmt hätten, weil sie Ministerpräsident Tsipras angesichts der anstehenden Verhandlungen in Brüssel nicht im Vorwege schwächen wollten. Tsipras sagte dazu, dass es jetzt erst einmal darum gehe, eine Einigung mit den Geldgebern zu erreichen und alles andere danach geregelt werden müsse......
Er warb in der Debatte eindringlich für eine Ermächtigung für den Abschluss der Vereinbarungen mit den Geldgebern. Bei einer Ablehnung des Sparprogramms drohe nach Aussage von Tsipras wörtlich „ein Minenfeld“, dieses bevorstehende Szenario wolle er dem Volk nicht verheimlichen. Er gestand auch (eigene) Fehler ein. Da das Land aber nun vor der Pleite stehe, gebe es keinen anderen Weg.....
Und das hat Herr Tsipras vor dem Referendum nicht auch schon gewusst?

Nun bleibt abzuwarten, wie die Geldgeber auf diese 180-Grad-Wendung zu dem Referendum reagieren. Gibt es aufgrund des Zick-Zack-Kurses überhaupt noch das nötige Vertrauen in die griechische Regierung? Was sagen dazu die "OCHI-Wähler", die sich eigentlich getäuscht sehen müssten?
Wir werden es wohl in Kürze erfahren!

 

Griechenland nach dem Referendum - meine ganz persönliche Sichtweise
Die Griechen haben in einem Referendum über die politische (und wirtschaftliche) Zukunft ihres Landes abgestimmt und entschieden. Das Ergebnis ist eindeutig: über 60% der Wähler unterstützten bei der Wahl am 05.07.2015 den Kurs von Ministerpräsident Tsipras und seinem Finanzminister Varoufakis. Ich mache keinen Hehl daraus, dass ich mir ein anderes Ergebnis erhofft hatte, aber als Demokrat hat man dieses Wahlergebnis zu akzeptieren und respektieren.
Nur einen Tag nach der Wahl tritt jetzt ganz plötzlich Herr Varoufakis als Finanzminister mit sofortiger Wirkung zurück.
Er verkündete, dass er in der Eurogruppe unerwünscht sei. "Den Hass der Geldgeber trage er mit Stolz", schrieb er in seinem Blog. Ganz freiwillig kam der Rückzug aber vielleicht doch nicht, denn Ministerpräsident Tsipras soll seinen Rückzug "gut und potentiell hilfreich finden, um eine Einigung mit den Geldgebern zu erreichen". Als Rauswurf will Herr Varoufakis seinen Rücktritt aber nicht verstanden wissen.......
Er hat mit seinen Äußerungen vor dem Referendum ("Die Geldgeber betreiben mit Griechenland Terrorismus" oder seinem Vergleich der Gläubiger und der deutschen Regierung mit der Propaganda der Nazis) sämtliche Länder der Euro-Zone diffamiert. Bei großen Teilen der - insbesondere - jüngeren griechischen Wählerschaft kamen seine Äußerungen anscheinend gut an - "Er verkörpert den Stolz des griechischen Volkes......" Bei einem "Ja" zu den Sparplänen verkündete er vor dem Referendum seinen Rücktritt. Nun ist das Referendum gelaufen und Herr Varoufakis hat mit seinen Äußerungen vor dem Referendum seine Schuldigkeit getan.
Eventuell hatte er beim Referendum aber auch mit einem "Ja" zu den Sparplänen gerechnet, um dann ohne Verlust am eigenen Ego abtreten zu können. Nun bleibt durch das "Nein" die Verantwortung über das Schicksal Griechenlands unter anderem aber auch weiterhin bei ihm. Aus der Verantwortung zieht er sich jetzt "geschickt" zurück, in dem er mal wieder den Gläubigern die Schuld in die Schuhe schiebt, weil sie mit ihm nicht mehr verhandeln wollen. Und das, Herr Varoufakis, haben Sie vor dem Referendum nicht auch schon gewusst.....? Wieder mal gezockt und die Wähler hinters Licht geführt!


Juni 2015:

Griechenland vor der Pleite?
Nach der Ankündigung eines Referendums in Griechenland über die Sparvorgaben der Gläubiger durch den griechischen Ministerpräsidenten Tsipras und seiner gleichzeitigen Empfehlung diese Sparvorgaben im Referendum abzulehnen, hat die Eurogruppe die Verlängerung des Hilfsprogramms über den 30.06.2015 hinaus abgelehnt. Daraufhin bildeten sich Schlangen vor den Geldautomaten, da viele Griechen noch schnell Geld abheben wollen, bevor es kein Geld mehr gibt.
Mehrere Mails erreichten mich bereits mit der Frage, wie es nun weiter geht.
Leider habe ich keine Glaskugel und im Kaffeesatz lesen kann ich auch nicht.
Ob die Geldversorgung an Geldautomaten noch lange möglich ist, ist zumindest fraglich.
Ob es bald eine neue Währung in Griechenland gibt? Ich weiß es nicht und ich will auch nicht spekulieren.

Was kann man machen, wenn man nach Griechenland reist?
Ich würde in der jetzigen Situation, wo niemand so genau weiß, wie es weitergeht, auf alle Fälle so viel Bargeld mitnehmen, dass man nicht unbedingt auf Geld aus einem Geldautomaten in Griechenland angewiesen ist - denn wenn diese leer sind, gibt es kein frisches Bargeld für die Geldbörse. In Griechenland ist die Akzeptanz von Kreditkarten (z.B. VISA und MASTERCARD) weit verbreitet, so dass man damit viele Dinge auch weiterhin bezahlen kann (z.B. einen Mietwagen). Für eine Taxifahrt, für eine Busfahrt und auch für ein Essen in einer einfachen Dorftaverne ist es aber meist erforderlich mit Bargeld zu bezahlen - das sollte man vor Urlaubsantritt bedenken und vorsichtshalber ausreichend Bargeld mitnehmen.
Das ist meine Empfehlung - Stand: 27.06.2015. Vielleicht sieht es in einigen Tagen aber schon wieder ganz anders aus.........

 

Wie ist die Stimmung auf Rhodos und wie ist das Verhalten der Inselbewohner gegenüber deutschen Urlaubern?
Vom 09.05. bis 02.06.2015 verbrachten wir einen längeren Urlaub auf Rhodos (mit einigen Tagen Unterbrechung, da wir auch auf den Inseln Astypalea und Nisyros waren). Wir haben auf Rhodos und auch auf den beiden anderen Inseln wirklich keinerlei negative Stimmung gegen uns erfahren. Die Menschen waren (wie eigentlich immer) sehr freundlich und aufgeschlossen. Auf Rhodos und den meisten anderen griechischen Inseln ticken die Uhren doch anders. Wenn es in den Ballungszentren Griechenlands - insbesondere in Athen und Thessaloniki - eine manchmal "aufgeheizte" Stimmung gibt, dann merkt man davon auf Rhodos nichts. Man weiß auf den Inseln, dass der Tourismus die mit Abstand wichtigste Einnahmequelle ist und die Urlauber am allerwenigsten für die festgefahrene wirtschaftliche und politische Situation können. Lediglich in der Altstadt von Rhodos (z.B. in der Sokratesstraße) wird man gelegentlich von einigen Ladenbesitzern etwas plump angesprochen - aber das war auch vor der "Griechenland-Krise" nicht viel anders.
Die wirtschaftliche Situation ist für viele Inselbewohner hingegen alles andere als "rosig". Arbeitslosigkeit, Kürzungen beim Gehalt und den Renten sowie die fehlenden positiven Zukunftsaussichten beeinträchtigen den Alltag schwer. Auch uns würde es schwer fallen, wenn man sich an einen gewissen Lebensstandard gewöhnt hat und man nun deutliche Einschnitte in Kauf nehmen muss und eventuell sogar die wirtschaftliche Existenz auf dem Spiel steht. Unabhängig von den Finanz- und Wirtschaftsproblemen Griechenlands kommt noch erschwerend hinzu, dass in diesem Jahr der Tourismusmarkt aus Russland gravierend eingebrochen ist (Rubel-Schwäche).
Fazit: die wirtschaftliche Situation ist für viele Inselbewohner schwierig, aber die Freundlichkeit gegenüber den Urlaubern hat darunter bisher nicht gelitten. Wer einen Urlaub auf Rhodos geplant hat, sollte sich von Medienberichten nicht negativ beeinflussen lassen. Wir sind der Meinung, dass man nach wie vor einen wunderschönen und unbeschwerten Urlaub auf Rhodos verbringen kann!


April 2015:

Schiff mit Flüchtlingen vor der Insel Rhodos gesunken
Nur ca. 100 Meter vor dem Zefiros-Strand (Rhodos-Stadt, Ostküstenseite) ist ein Schiff mit fast 100 Flüchtlingen an Bord am 20.04.2015 auf einen Felsen aufgelaufen und anschließend gesunken. Drei Flüchtlinge kamen dabei leider ums Leben. Das Schiff mit den Flüchtlingen kam wahrscheinlich aus der Türkei. Die Flüchtlinge sollen nach ersten Berichten überwiegend aus Syrien, aber auch aus Somalia und Eritrea stammen.
Zwei Männer wurden als angebliche Schleuser festgenommen. Sie sollen Syrer sein.
Eine gute Freundin von Rhodos schrieb uns:
"Heute ist wieder mal ein Schiff mit Flüchtlingen auf Rhodos gestrandet - Ihr habt das sicherlich schon im TV gesehen. Es ist hier am Zefiros Strand auf Felsen aufgelaufen. Jannis, ein Rentner aus unserer Straße war gerade am Strand und hat 10 Flüchtlinge aus dem Wasser gerettet".
Wegen der kurzen Entfernung zwischen der Türkei und mehreren griechischen Inseln wird diese Strecke von Schleuserbanden häufig benutzt. Viele Flüchtlinge wurden dabei schon aus gefährlichen Situationen von der griechischen Küstenwache und Frachtschiffen, die auf der Route unterwegs waren, gerettet.

 

Seebeben
Vom 16.04. (abends) auf den 17.04. (morgens) gab es eine Serie von Erdstößen (Seebeben), die auch auf der Insel Rhodos zu spüren gewesen sein sollen. Es gab auf Rhodos aber keine Verletzten und über Schäden wurde auch nichts bekannt. Freunde von uns haben von den Erdstößen überhaupt nichts mitbekommen, jedenfalls wurde keiner unserer Freunde - wie es in einigen Medien stand - aus dem Schlaf gerissen. Die Medien haben da wohl wieder mal etwas übertrieben: Ferieninsel, Urlauber, Erdbeben - das ist doch immer eine reißerische und viel beachtete Meldung.....


Januar 2015:

Griechenland hat mal wieder gewählt
Da im Dezember 2014 im Parlament die Wahl eines neuen Präsidenten gescheitert war, gab es 25.01.2015 Neuwahlen für das griechische Parlament. Dabei ging das Linksbündnis SYRIZA als eindeutiger Wahlsieger hervor. Teilweise sehr populistische Sprüche vor der Wahl wie "Wir schmeißen die Troika raus", "Wir stellen den Schuldendienst sofort ein", "Merkel hat Europa zerstört" oder "Künftig wird Griechenland die Trommel schlagen, nach der die Märkte zu tanzen hätten, nicht umgekehrt" haben anscheinend viele Wähler überzeugt SYRIZA zu wählen. Mit 36,3% verpasste SYRIZA nur ganz knapp die absolute Mehrheit der Sitze, da die stärkste Partei automatisch 50 Sitze zusätzlich erhält. Es folgte die Nea Dimokratia mit 27,8%. Erschreckend ist, dass die neonazistische Partei Chrysi Avgi ("Goldene Morgendämmerung") mit 6,3% die drittstärkste Kraft im Parlament wurde - noch deutlich vor der ehemaligen Regierungspartei PASOK, die nur noch 4,8% erreichte (im Juni 2012 waren es noch 12,3%). Nun muss SYRIZA den markigen Sprüchen auch schnell Taten folgen lassen.
Was wohl in Europa auch nur in Griechenland (eventuell auch noch in Italien) geht: da das Linksbündnis SYRIZA die absolute Mehrheit verpasste, gibt es jetzt eine Koalition mit der rechtspopulistischen Partei Anexartiti Ellines (ANEL). Also zwei Parteien von den total entgegen gesetzten Enden der griechischen Parteienlandschaft - das ist in meinen Augen schon sehr befremdlich. In Deutschland kann man sich wohl kaum ein Bündnis der LINKEN mit der doch "ziemlich" rechten Partei AfD vorstellen........

Hier die Wahlergebnisse vom 25.01.2015 (Wahlbeteiligung = 63,9%):

  SYRIZA Nea Dimokratia Chrysi Avgi To Potami KKE ANEL PASOK
Griechenland gesamt 36,3% 27,8% 6,3% 6,1% 5,5% 4,8% 4,7%
Insel Rhodos 33,5% 33,1% 5,8% 4,8% 3,1% 4,6% 7,9%
Wahlbezirke auf Rhodos:
Rhodos-Stadt 34,4% 33,2% 6,3% 5,1% 2,6% 5,4% 5,5%
Rhodos Umland 28,7% 35,0% 3,6% 5,8% 2,8% 3,6% 13,2%
Kalithea 28,0% 43,6% 6,8% 5,1% 1,6% 3,0% 5,4%
Afandou 32,1% 33,0% 6,4% 3,7% 1,3% 7,0% 10,4%
Archangelos 33,6% 27,5% 4,9% 3,3% 4,9% 2,9% 16,6%
Lindos 25,0% 38,1% 6,0% 4,6% 2,3% 4,1% 11,3%
Ialyssos 38,8% 31,2% 5,3% 4,3% 2,4% 5,1% 5,9%
Kamiros 40,0% 25,7% 4,6% 3,8% 6,0% 4,0% 9,2%
Petaloudes 33,8% 31,0% 6,3% 4,9% 5,8% 4,3% 7,0%
Attavyros 33,2% 34,3% 3,2% 6,7% 2,3 3,0% 10,5%

Infos zu den Parteien im neuen Parlament:
SYRIZA = Linksbündnis; Nea Dimokratia = konservative Partei; Chrysi Avgi (Goldene Morgendämmerung) = neonazistische Partei; To Potami = sozial-liberale Partei mit pro-europäischer Linie; KKE = kommunistische Partei; Anexartiti Ellines (ANEL) = rechtspopulistische Partei; PASOK = sozialdemokratische Partei.

Mir seien noch folgende Anmerkungen erlaubt:
Es ist so schön einfach, ausschließlich den (zugegeben) korrupten Regierungen der Vergangenheit und den Großunternehmen, die über Jahre keine / kaum Steuern gezahlt haben, die alleinige Schuld an der Misere Griechenlands in die Schuhe zu schieben. Griechenland hat seit jeher die höchste Selbständigenquote in allen EU-Ländern (darunter sehr viele kleine Familienunternehmen). 2013 lag die Quote (ohne Landwirtschaft) bei ca. 22%, gefolgt von Italien mit 21,7% (noch so ein Kandidat). Zum Vergleich: Deutschland hat eine Quote von 10,2% und die Eurozone im Schnitt 13,3%.
Viele der zahlreichen Kleinunternehmen haben es über Jahrzehnte ebenfalls sehr gut verstanden, keine oder nur geringe Steuern zu zahlen. Was in den Büchern stand, waren bei weitem nicht die tatsächlichen Einnahmen. In kaum einer Taverne bekam man über Jahrzehnte eine offizielle Rechnung, die über die Registriermaschine gelaufen ist. In kaum einer Pension oder einem Familienhotels, das man selbst gebucht hatte, bekam man ebenfalls eine (korrekte) Rechnung. Handwerker-Rechnungen: was ist das? Die Aufzählung könnte man noch weiter fortführen. Viele Kleinunternehmen / Familienunternehmen haben daher dem Staat ebenfalls hohe Einnahmen aus zustehenden Steuern vorenthalten. Auf Steuereinnahmen ist ein Staat aber nun mal zwingend angewiesen. Bei einer Selbständigenquote von 22% macht eben auch Kleinvieh sehr viel Mist....
Viele der Kleinunternehmen / Familienbetriebe zeigen seit der Krise mit dem Finger auf die Regierung und die korrupten Großunternehmen des Landes. Dass sie selbst auch nicht unerheblich zu der Misere beigetragen haben, wollen sie jetzt aber nicht hören (Schuld haben immer die anderen....). Im Verdängen von Tatsachen sind die Griechen nicht schlecht. Vielleicht wäre es ganz sinnvoll, wenn so mancher Grieche einmal in den Spiegel schauen würde....
Ein grundlegende Steuerehrlichkeit der Griechen (und nicht nur von den Großunternehmen) hätte wohl nicht zu dem Ausmaß dieses Dilemmas in Hellas geführt.
Ich hoffe sehr, dass Griechenland endlich wieder in ruhigeres Fahrwasser kommt. Im Moment fehlt mir leider noch etwas der Glaube. Ich lasse mich aber gerne eines Besseren belehren.

 

Mai 2014:

Mal wieder mit Verspätung
In diesem Jahr kamen die ersten Ferienflieger mit Urlaubern Mitte April nach Rhodos. Leider hatte man es mal wieder nicht geschafft, die Strände zu diesem Zeitpunkt entsprechend herzurichten. Die Strände bei den Touristenzentren waren überwiegend noch nicht so, wie man es erwartet. Anfang Mai gab es zum Beispiel in Faliraki kaum einen Liegestuhl am Strand.


09.05.2014 - der Strand im südlichen Teil von Faliraki wird endlich hergerichtet.


Einige Tage später gab es dann auch ausreichend Liegestühle am Strand.

 

Es gibt auch Positives zu berichten
In Rhodos-Stadt hat man den Fußweg vom Kreuzfahrthafen bis zum Kolona-Hafen neu gemacht. War es bisher ein sehr schmaler und teilweise unebener Beton-Gehweg, hat man jetzt einen breiten Gehweg aus Holzplanken gebaut (so, wie er schon beim kleinen Fischerhafen bis zum Kolona-Hafen seit einigen Jahren vorhanden ist). Der Strand ist dadurch ein Stückchen schmaler geworden. Nun ist dieser Fußweg also vom Fischerhafen bis zum Kreuzfahrthafen durchgehend breit und angenehm zu begehen.

 
Der neue Fußweg - schön breit und gut zu begehen.

Außerdem wurde ab den Thermen von Kalithea in Richtung der Hotels Kalithea Mare Palace und Kresten Palace ein breiter Geh- und Radweg gebaut. Die Zeiten, in denen man auf einem unbefestigten Trampelpfad den Weg zu den Thermen und zurück antreten musste, gehören nun zum Glück der Vergangenheit an.

 

Das schwimmende Restaurant im Mandraki-Hafen
Das "Kontiki" war bis weit in die 1990er Jahre ein sehr beliebtes Restaurant in Rhodos-Stadt. Dann verfiel es so langsam und war ein Schandfleck im Mandraki-Hafen. Ein anderer Besitzer versuchte sein Glück ab 2006. Aber 2011 wurde das Lokal durch einen Sturm fast vollständig zerlegt. Nun scheint sich aber was zu tun. Am Kontiki wird derzeit ordentlich herumgewerkelt. Mal sehen, was da passiert.


Das "Kontiki" ist eine Baustelle (Mai 2014)

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